Das beste Fahrrad nützt nicht viel, wenn es nicht gepflegt wird. Je öfter das Rad im Alltag benötigt wird und je mehr Belastungen es standhalten muss, desto wichtiger ist es, das Rad regelmäßig zu warten. Wer sein Fahrrad im Fachhandel gekauft hat, profitiert sehr oft von der ersten Inspektion, die vom Fachhändler nach einigen Monaten kostenlos angeboten wird. Es lohnt sich auf jeden Fall, beim Kauf des Rades nachzufragen, ob eine Inspektion im Preis enthalten ist. Ansonsten gilt, dass die Wartungs- und Reparaturarbeiten allein durchgeführt werden müssen.

Natürlich ist der Verschleiß bei einem Citybike, welches nur für kleine Einkaufstouren in der Stadt benötigt, nicht so hoch wie der Verschleiß bei einem Mountainbike, welches regelmäßig für Querfeldeinfahrten benutzt wird. Auch wird ein Rad, welches vor Wind und Wetter geschützt im Fahrradkeller steht und nur für Schönwettertouren gebraucht wird anders verschleißen als ein Rad, welches im Freien steht und bei jedem Wetter gefahren wird. Ist das Fahrrad großen alltäglichen Belastungen ausgesetzt, werden ein Kindersitz oder ein Fahrradanhänger mit dem Rad transportiert, so müssen regelmäßig und lieber einmal mehr als zu wenig, alle Schrauben kontrolliert und gegebenenfalls nachgezogen werden. Gleiches gilt für die Bremse. Zwischenzeitlich sollte immer wieder einmal die Bremsfunktion überprüft und nachgesehen werden, wie die Bremsbeläge aussehen. Das ist besonders bei den Kinderrädern wichtig, denn beim eigenen Fahrrad merkt man schnell, ob die Bremsfunktion nachlässt. Im Gegensatz dazu haben Kinder noch kein Gefühl dafür, ob die Bremse gut funktioniert oder nicht. Ein regelmäßiger, gemeinsamer Bremsentest sollte also Pflicht sein. Machen die Bremsbeläge einen abgenutzten Eindruck, sollten sie umgehend erneuert werden. Routinemäßig sollte sich jeder Radfahrer angewöhnen, die Schweißstellen am Rahmen des Rades einer Sichtkontrolle zu unterziehen. Gerade die Schweißnähte sind anfällig für Risse, welche im Fortlauf die gesamte Rahmenkonstruktion schädigen und zum Bruch des Rahmens führen können. Besonders vor einer Geländetour mit dem Mountainbike sollte im eigenen Interesse vor Fahrtantritt noch einmal alles überprüft werden, denn ein Sturz im Gelände kann böse Folgen haben.

Nicht zu unterschätzen ist der richtige Reifendruck. Viele Radfahrer denken erst daran, den Reifen aufzupumpen, wenn sie "einen Platten" haben. Nur wenige bedenken, dass die Räder regelmäßig aufgepumpt werden sollten. Wer mit einem nur mäßig aufgepumpten Reifen fährt riskiert, dass der Reifen schneller Schaden nimmt. Davon abgesehen, dass es sehr mühsam ist, mit einem ungenügend aufgepumpten Reifen zu fahren, wird der Reifen auch mehr belastet. Es können sich Risse bilden und das Gummi wird porös. Die Reifen also nicht erst dann aufpumpen, wenn sie halb platt sind. Dass eine Fahrradkette regelmäßig gereinigt und geölt werden muss, sollte selbstverständlich sein. Vor dem Ölen der Kette muss der grobe Dreck mit einer Bürste oder ähnlichem entfernt werden, erst dann kann die Kette geölt werden. Eine Kette hält jedoch auch bei guter Wartung nicht für die Ewigkeit und länger als 2000 Kilometer sollte keine Kette durchhalten müssen.

Wer sich bezüglich der technischen Feinheiten nicht sicher ist und für die handwerklichen Arbeiten überhaupt kein Händchen hat, sollte die Wartungs- und Reparaturarbeiten lieber einem Fachmann übertragen. Das ist im Zweifelsfall nicht nur im Sinne der eigenen Sicherheit die beste Lösung, sondern auch aus finanzieller Sicht. Kleine Schäden lassen sich - nicht nur beim Fahrrad - meist kostengünstig und ohne großen Arbeitsaufwand beseitigen.